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Wenn die Worte mal Pause machen: Besser zuhören!

„Was wollte ich später noch einkaufen? Spülmittel fehlt daheim, und Badesalz."

„Welchen Zug nehme ich, wenn ich morgen zu meiner Freundin fahre? Den um halb oder den um viertel vor acht?“ „Wie verkleide ich mich bloß auf der Kostümparty am Wochenende? Ich will doch den Unterschied machen.“ Manchmal denkt man an alles, nur nicht an die Worte des Menschen, der gerade vor einem sitzt. Hat man Pech, dreht dieser sich genervt ab. Zu Recht, denn es hat mit Respekt zu tun, seine Konzentration auf die Person zu richten, die einem ihre Zeit schenkt. Genauso unhöflich ist es, am laufenden Band zu reden und dem Gegenüber nicht die kleinste Silbe einzuräumen. Beachten Sie: Der andere könnte Recht haben.

Ein Stolperstein besteht darin, das Vorurteil regieren zu lassen. Sie wissen, dass Ihr Gesprächspartner eine entgegengesetzte Meinung vertritt? Dann freuen Sie sich darüber; und begeben Sie sich nicht ab der ersten Sekunde in Halb-Acht-Stellung. Es geht nicht um Sieg oder Niederlage, es geht darum, fremde Argumente zu registrieren und für sich zu prüfen. Aktives Zuhören und die damit vermittelte Botschaft „Du darfst sicher sein, dass ich Dich ausreden lasse, auch wenn ich davon ausgehe, dass wir verschiedener Meinung sind“ sind die Basis für eine positive, emphatische Beziehung – egal, wer der Gesprächspartner ist oder was er denkt. Wichtiger als einen schnellen Konter zu setzen ist, das Gesagte ruhen zu lassen und reflektiert zu antworten. Sie werden überrascht sein, wie sehr man Sie für Ihr besonnenes Vorgehen schätzen wird.

Richtig zuzuhören ist besonders in der Arbeitswelt eine zentrale Fähigkeit. Umso mehr überrascht eine Studie der „Akademie für Führungskräfte“, dass gerade Chefs nicht die besten im „Ohrenspitzen“ sind (http://www.leaders-circle.at/fileadmin/user_upload/files/pdf/Update_09/02_Studie_Kommunikation_von_Fuehrungskraeften.pdf). Heutzutage sind die die Ablenkungen breit gestreut. Hier surrt das Smartphone, dort blinkt ein Werbelogo. Durch die neuen Medien haben wir das Gefühl, ständig unter Zeitdruck zu stehen. Wie soll man sich da konzentrieren können?

Ein paar Tipps für Sie: Achten Sie darauf, Ihrem Gesprächspartner in die Augen zu schauen. Hierdurch fokussieren Sie Ihre Aufmerksamkeit, denn die übermittelten Emotionen bannen die eigenen Sinne. Halten Sie, nachdem Ihr Gegenüber seinen Satz beendet hat, einen kurzen Moment inne – dadurch gehen Sie einerseits sicher, dass wirklich alle Inhalte aus dessen Mund gelangt sind, zum anderen gewinnen Sie selbst Zeit für eine adäquate Erwiderung. Strahlen Sie Ruhe aus – am besten gelingt das mit einem leichten Lächeln auf den Lippen; es wirkt nicht nur auf Ihren Gegenüber entspannend, sondern auch auf Sie. Fragen Sie gezielt nach, hierdurch bekunden Sie ehrliches Interesse; geben Sie außerdem – je nach Anlass – Persönliches Preis, um Grenzen aufzuheben und Vertrauen zu schenken.